Der Bocholter Sigmar Seif stand auf Schindlers Liste


Der Bocholter Sigmar Seif (1913-2009)

stand auf Schindlers Liste

 

Ausstellung vom 27. Januar bis 26. Februar 2014

 

 

Hochzeit von Sigmar Seif und Rosetta Levie imSeptember 1944 im Ghetto Theresienstadt.

© Betty Wanderer, USA


 

 

 

Familie Seif kam 1920 nach der Ausweisung aus dem heutigen Polen nach Bocholt, wo Vater Salomon Kultusbeamter der israelitischen Gemeinde wurde. Die Eheleute Salomon und Regina Seif hatten sechs Kinder.

Alle Mitglieder der Familie mit Ausnahme des Sohnes Sigmar wurden in der Shoa ermordet.

 

 

Sigmar Seif floh im November 1938 in die Niederlande. 1944 wurde er vom Polizeilichen Judendurchgangslager Westerbork in das Ghetto Theresienstadt (das eine Art Vorzeigeghetto des Nationalsozialismus war) deportiert. Hier gelang es Sigmar Seif zu heiraten. Kurz darauf wurde er in das KZ-Außenlager Golleschau (heute Polen) deportiert. Zusammen mit 81 jüdischen Männern stellten ihn Oskar und Emilie Schindler auf ihre durch den Film „Schindlers Liste“ bekannte Transportliste und ließen die Männer in ihre Firma in Brünnlitz (heute Tschechien) bringen. Hier wurde Sigmar Seif am 10. Mai 1945 durch die Rote Armee befreit.

 

 

Danach begann er mit Frau Rosetta und den Töchtern Regina und Betty in Rotterdam ein neues Leben. 1953 wanderten sie in die USA aus, wo Sigmar Seif im Jahre 2009 verstarb.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eröffnung

Montag, 27. Januar 2014, 19.30 Uhr

 

Es sprechen nach der Begrüßung durch den Museumsleiter


 

Bürgermeister Peter Nebelo, Bocholt

 

 

Benno Simoni, Berlin (Großcousin von Sigmar Seif)

 

 

In einem Kurzvortrag werden Josef Niebur

und Hermann Oechtering

dem Überleben von Sigmar Seif nachspüren.

 

 

 

 

Veranstaltergemeinschaft

Stadtmuseum Bocholt im Rahmen seiner stadthistorischen Ausstellungen

und

VHS-Arbeitskreis Synagogenlandschaften (Der deutsch-niederländische Arbeitskreis macht durch Ausstellungen und Veranstaltungen auf die Spuren jüdischen Lebens und des Widerstands gegen das nationalsozialistische Unrechtsregime im deutsch niederländischen Grenzraum aufmerksam.)

 

 

Idee und Konzeption der Ausstellung

Josef Niebur und Hermann Oechtering (VHS-Arbeitskreis Synagogenlandschaften, Bocholt) unter Mitarbeit von Bruno Wansing, Stadt Bocholt