„Euthanasie“- Verbrechen an Bocholtern

„Ihre Mutter ist am 12.12.1944 in der hiesigen Anstalt... verstorben.“
Zu den „Euthanasie“- Verbrechen an Bocholtern

 

Ausstellung zur Befreiung Bocholts vom Nationalsozialismus 1945

12. Mai 2015 bis einschließlich 14. Juni 2015

 

 

 

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Relief vor dem Eingang zur Gedenkstätte Hadamar. Es erinnert an die Ermordung von Menschen mit Behinderungen in der sog. „Euthanasie“ in den Jahren 1940 bis 1945. In dieser früheren NS-„Euthanasie“-Tötungsanstalt Hadamar wurden 10 Bocholter Bürgerinnen und Bürger ermordet; insgesamt wurden in der sog. „Euthanasie“ mindestens 41 Menschen aus Bocholt umgebracht. Foto © Gedenkstätte Hadamar.

 

 

 

Ende Oktober 1939 ermächtigte Hitler mit einem auf den 1. September 1939 zurückdatierten Schreiben zwei Ärzte aus der „Parteikanzlei“ mit der Durchführung der als „Euthanasie“ bezeichneten Tötung von „lebensunwertem Leben“, also von Menschen mit Behinderungen.

Die sogenannte „Euthanasie“ begann mit der Tötung von mindestens 5.000 erbkranken und geistig oder körperlich behinderten Säuglingen und Kindern in sogenannten Kinderfachabteilungen in den Jahren 1939 bis 1941.

Es folgte 1940 die Ermordung von etwa 9000 Menschen jüdischen Glaubens. Unter ihnen waren Leo Heymann Cohen aus Bocholt und aus Rhede Mathilde Cleffmann.

Ab Sommer 1940 wurden Patienten im Rahmen der sogenannten „Aktion T4“ in sechs Tötungsanstalten verlegt. Hier wurden bis Juli 1941 etwa 70.000 Bewohner von Heil und Pflegeanstalten umgebracht. Unter ihnen waren auch vier Menschen aus Bocholt.

Vor allem die Proteste von einzelnen Persönlichkeiten aus den Kirchen - u. a. die Predigt des Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen, eine Eingabe des Limburger Bischofs Hilfrich und auf evangelischer Seite der Einsatz von Friedrich von Bodelschwingh - führten zur vorübergehenden Einstellung der „Aktion T4“ im August 1941. Jedoch wurde die sogenannte „Euthanasie“ nach wenigen Wochen im Geheimen weitergeführt.

Die Wehrmacht benötigte ab 1942/43 immer mehr Lazarettraum. Hierfür nutzte sie die Heil- und Pflegeanstalten. Deshalb steigerten sich die Verlegungen von Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen aus den Heimen in „Euthanasie“-Tötungsanstalten. Dabei wurden mehr als 180.000 Menschen ermordet.

Hierunter waren 21 Bocholterinnen und Bocholter, die im Juni und Juli 1943 aus den westfälischen Provinzial- Heil und Pflegeanstalten in „Euthanasie“-Tötungsanstalten, vor allem in Hessen, verlegt und dort umgebracht wurden.

Mindestens 41 Menschen aus Bocholt wurden in der sogenannten „Euthanasie“ ermordet. Insgesamt ermordete das Nazi-Regime etwa 275.000 Menschen aus Deutschland und vielen besetzten Ländern. Nur drei Frauen und ein Mann aus Bocholt überlebten ihre Verlegung in die „Euthanasie“-Tötungsanstalten.

Am 8. Mai 2015 jährt sich der Tag der Beendigung des II. Weltkrieges in Europa und der Befreiung von der nationalsozialistischen Diktatur zum 70. Male. Damit endete die millionenfache Ermordung von Menschen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern. Weit über 50 Millionen Soldaten und Zivilisten hatten den Tod gefunden.

Etwa 275.000 Menschen wurden in der sog. „Euthanasie“ umgebracht. Dem Leidensweg der Ermordeten aus Bocholt geht die Ausstellung „Ihre Mutter ist am 12.12.1944 in der hiesigen Anstalt ... verstorben“ nach.

Am 8. Mai 2015 jährt sich der Tag der Beendigung des II. Weltkrieges in Europa und der Befreiung von der nationalsozialistischen Diktatur zum 70. Male. Damit endete die millionenfache Ermordung von Menschen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern. Auch über 50 Millionen Soldaten und Zivilisten hatten den Tod gefunden. Etwa 275.000 Menschen wurden in der sog. „Euthanasie“ umgebracht.

Die Ausstellung „Ihre Mutter ist am 12.12.1944 in der hiesigen Anstalt... verstorben“ geht dem Leidensweg der in der „Euthanasie“ Ermordeten aus Bocholt nach.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadtmuseum Bocholt, VHS-Arbeitskreis Synagogenlandschaften (Bocholt) und Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Westmünsterland E.V.