In brennenden Farben

ENGELBERT L’HOËST
IN BRENNENDEN FARBEN


Malerei
Ausstellung zum 100. Geburtstag

 

vom 19. Mai bis zum 18. August 2019

 

 

 

Bild: Mistral, Öl auf Leinwand, um 1970, Privatbesitz , 90 x 70 cm

 

Engelbert L‘hoëst, geboren 1919 in Amersvoort, gestorben 2018 in Soesterberg, wuchs als Waise zunächst bei Pflegeeltern auf. Im Alter von 15 Jahren lernte er den Amsterdamer Maler und Akademieprofessor A. C. Sleeswijk kennen, der ihm väterlicher Lehrmeister und Förderer wurde und in dessen Haus er für viele Jahre seine Heimat fand.

Vincent van Goghs Schwester E. H. Duquesne van Gogh war eng mit Sleeswijk befreundet und so kam Engelbert L’hoëst in engen Kontakt mit der Welt von Vincent van Gogh, der einer seiner großen Vorbilder wurde.

Die Künstler Auguste Renoir, Claude Monet und Karel Appel spielten in seinem Leben eine weitere wichtige Rolle.
Nach einem Studium an der „Rijksakademie van beeldende kunsten“ in Amsterdam führten ihn Studienreisen nach Frankreich, Spanien und Portugal. Dort entwickelte er seinen starken, persönlichen expressionistischen Stil. Sein Hauptthema wurde das Bild der dramatisch bewegten Landschaft.

Durch Ausstellungen in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland wurden die Werke L‘hoësts bekannt. In den Jahren 1960 bis 1972 wurde er eingeladen im Salon des Grand Palais Paris auszustellen, dies war eine große Auszeichnung für einen nicht französischen Maler, einem der bedeutensten Nachkriegsmaler der Niederlande.

Werke von L‘hoëst finden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen in Nordamerika, England, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal und Deutschland.

„Lässt man sich auf Engelbert L‘Hoësts Bilder ein, so öffnet ein Kosmisches Schauspiel endlich wieder den Blick für die Schönheit der unbezähmbaren Schöpfung“.

H.J. Modlmayr im Mannheimer Morgen 1989



Expressive Farbenfreude und malerische Meisterschaft zeichnet die Bilder des niederländischen Künstlers Engelbert L‘hoëst aus, der mit wichtigen Werken aus Privatsammlungen im Stadtmuseum Bocholt vorgestellt wird.
Leuchtende, ja „brennende“, Farben sind es , die in den Werken dieses niederländischen Expressionisten lodern und eine die Sinne berauschende Farbenschwelgerei hervorrufen.

Zu L’hoësts stärksten Arbeiten gehört das umseitig abgebildete Werk „Mistral“. Der Kunstkritiker Hans-Jörg Modlmayr schreibt hierzu: „Im diametralen Gegensatz zu seinem Titel, der ein in schneidend kalten Farben gemaltes Bild des eisigkalten, nach Norden fegenden Sturmes in der Provençe erwarten lässt, beschwört L’hoëst in diesem urgewaltig apokalyptischen Szenario vor unseren Augen eine vom Feuersturm erfasste Welt herauf – ein mächtiger Baum, der sich mit seinen Wurzeln verzweifelt an die Erde festzukrallen scheint, fängt von seiner Krone her an zu verbrennen. Wer vor diesem Bild steht, fühlt sich unmittelbar von der in schreienden Farben gemalten Feuersbrunst bedroht.

Mit seinen in Bayer-Knallfarben in dieser späten Schaffensperiode in einem Mix aus giftgrün und gelb-rotblau gemalten Himmeln scheint L’hoëst oft die Grenzen künstlerischer Freiheit ins Unglaubwürdige zu überziehen. In Wirklichkeit aber stellt man, wenn man sich mit seinen explosiv-intensiven Grundfarben hat konfrontieren lassen, in der freien Natur – wenn sich am Horizont Unwetter zusammenbrauen und im Wolkenhimmel die Hölle loszubrechen beginnt – erstaunt fest, wie genau Engelbert L’hoëst Naturphänomene beobachtet und im ungefilterten Rohzustand ganz realistisch auf die Leinwand übertragen hat...“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Eröffnung undEinführung:
Sonntag, 19. Mai 2019, 11 Uhr
Hans-Jörg Modlmayr



Wir danken für Leihgaben:
Sammlung Thomas von Landsberg-Velen - Aus dem
Nachlass Engelbert L'hoëst
Sammlung Heleen L'hoëst Soesterberg/NL
eine weitere deutsche Privatsammlung